Warum Dummytraining?

Training auf den Punkt gebracht

Warum Dummytraining?

Jagdliche motivierte Familienhunde und ihre artgerechte Beschäftigung:

Die meisten Hunde haben Jagdverhalten im Blut. Ob wir das wollen oder nicht! Wir können selbst durch hartes Training diese Genetik nicht einfach ausschalten! Der Mensch hat durch Selektion und Zucht die Jagdhunde als Gehilfen sich zu Nutze gemacht.

In den unterschiedlichen jagdlichen Einsatzgebieten werden u.a. Erdhunde, Schweißhunde, Jagende Hunde, Vorstehhunde, Stöberhunde und Apportierhunde eingesetzt. Die meisten dieser Jagdgebrauchshunde haben eine Doppelfunktion: als Jagdgehilfe und als Familienhund. Die wenigsten Jagdhunde werden noch ausschließlich im Zwinger gehalten. Mittlerweile teilt man nicht nur die Stunden bei der Jagd, sondern auch Haus und Sofa 😉

Aber nicht jeder Hund der durch Zucht selektiert worden ist bzw. jagdlich motiviert ist, wird auch als Jagdgebrauchshund geführt.

Am Beispiel Labrador und Golden Retriever wird es deutlich. Der Apportierhund ist ein hervorragender Jagdhund und wurde für die Apportierarbeit nach dem Schuss selektiert.

Viele kennen den Retriever nur als den typischen Allroundbegleiter der Familie. Auch Modehunde wie der Vizsla, Beagle oder Dalmatiner sind ebenfalls ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet worden. Einige dieser Jagdhunde, werden aber ausschließlich als Familienhunde gehalten. Sie begleiten uns im Alltag, auf gemeinsame Entdeckung und wir verbringen viel Zeit mit ihnen.

Wenn man das Jagdverhalten näher betrachtet, kann man es in drei verschiedene Elemente einteilen:

Elemente des Jagdverhaltens:

1. Lokalisieren und Fixieren:
• Orientieren
• Fixieren
• Schnüffeln
• Hören
• Absuchen mit den Augen

2. Beute Fangen:
• Beschleichen
• Anpirschen
• Hetzen
• Fährte verfolgen, einkreisen, Beute verfolgen

3. Beute töten:
• Packen, schütteln, Töten

Diese Elemente können mehr oder weniger stark ausgeprägt gezeigt werden. Der Wunsch nach dem sogenannten „Antijagdtraining“ ist oftmals bei den Besitzern von jagdlich motivierten Hunden groß.
Wir können jedoch die Genetik nicht verändern. Wir können nicht einfach Knöpfe drücken, denn die meisten unserer Hunde haben sehr wohl ihre Rassebeschreibung gelesen 😉

Was wir jedoch jagdlich motivierten Hunden bieten können, ist eine Auslastung und Beschäftigung die sie geistig sowie auch körperlich fördert und fordert.

Hunde setzen gerne die Nase und die Augen ein. Sie rennen gerne, beobachten, sie suchen, sie finden und machen gerne Beute. Um das ausleben zu können, ist die Dummyarbeit in ihren vielen Facetten perfekt.

Mittlerweile gibt es viele Hundesportarten und Möglichkeiten seinen Hund im Alltag zu beschäftigen.
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Leider benötigt man bei vielen Sportarten einen Hundeplatz, Geräte oder Helfer. Beim Dummytraining kann man auch alleine trainieren. Ob im Wohnzimmer, im Garten, auf einer Wiese oder im Wald.
Die Möglichkeiten seinen Hund zu fordern ist nahezu unendlich. Gerade unterschiedliches Gelände oder Bewuchs macht die Dummyarbeit nicht nur für den Hund so spannend.

Dummytraining als Auslastung und Beschäftigung
Das Dummytraining wurde ursprünglich für die Ausbildung von jungen Jagdhunden bzw. als Trainingsmöglichkeit in der jagdfreien Zeit genutzt.
Das Dummy (bedeutet im englischen so viel wie „Attrappe“) und dient stellvertretend für ein Stück Wild wie z.B. Ente, Fasan, Hase.
Durch die Arbeit mit Dummys, Futterbeutel, Bällen oder ähnliches, muss der Hund nicht nur eine gehörige Portion Grundgehorsam besitzen. Er hat durch die vielen Facetten des Dummytrainings, die Möglichkeit seine körperlichen Fähigkeiten gezielt mit dem Menschen einzusetzen. Er kann rennen, mit den Augen markieren, die Nase einsetzen und darf auch in unterschiedlichen Bewuchs und sein HundSein ausleben.
Der Mensch lernt bei der Dummyarbeit auch viel über sich und sein Handwerk Training. Er muss die Aufgaben so stellen, dass der Hund zum Erfolg kommen kann.
Er muss ihn lesen können, er muss ihn führen können und er muss ihm helfen können bei schwierigen Aufgaben!
Das Dummytraining bietet für jeden Hund, egal welchen Alters eine hervorragende Möglichkeit ihn geistig und körperlich artgerecht auszulasten. Der Hund muss durch die verschiedenen Facetten des Dummytrainings all seine körperlichen Fähigkeiten einsetzen. Er kann rennen, mit den Augen markieren, die Nase einsetzen und darf auch mal in unterschiedlichen Bewuchsen sein Hundsein ausleben!
Nicht gegen die Eigenschaften des Hundes arbeiten, sondern sie sich zu Nutze machen.

Das Dummytraining kann beim Spaziergang gemacht werden. Sie benötigen nicht viel und können alle einzelnen Bausteine des Dummytrainings alleine mit ihrem Hund üben.
Elemente der Dummyarbeit:
• Grundgehorsam
• Einweisen
• Markieren
• Verlorensuche

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